>>> Die Nibelungensage

Bei der Nibelungensage handelt es sich um einen bereits im Früh-/Mittelalter weit verbreiteten heldenepischen Stoff, der über Jahrhunderte nur mündlich weitergegeben wurde.

Die ersten bekannten schriftliche Aufzeichnung (das Nibelungenlied) werden zwischen 1200 und 1230 datiert (Raum Passau). Bis heute wurden in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz insgesamt 35 deutsche Handschriften und auch eine niederländische Umarbeitung gefunden. Die drei ältesten bekanntesten Haupthandschriften sind: 

– A = Hohenems-Münchener Handschrift (letztes Viertel 13. Jh)
– B = St. Galler Handschrift (13. Jh)
– C = Hohenems-Laßbergische / Donaueschinger Handschrift (1. Hälfte 13. Jh).

Ein Archetypus kann aus den drei Haupthandschriften nicht bestimmt werden.

Die historischen Quellen der Sage liegen in der Zeit der Völkerwanderung: Zu nennen sind hier der Burgunderkönig Gundahar, dessen Volk 436/437 von (im Dienst der Römer stehenden) Truppen der Hunnen vernichtet wird und das Familiendrama der merowinger Franken beginnend 566 mit der Heirat des Frankenkönigs Sigibert mit Brundhild und der seines Bruders Chilperich mit deren Schwester Galswintha: Mord und Krieg wegen der Mätresse Fredegund.

Ausserhalt des deutschen Sprachraums schlägt sich die Sage aber z.B. auch im Atlilied nieder, in der Völsunga-Saga, im Sigurdlied (altnordisch, 9.-12. Jh), in der Dietrichsage (Thidrekssaga – altnordisch mit niederdeutschen Quellen), dem Lied vom Hürnen Seyfried (frühneuhochdeutsch)...