Es geschieht in den letzten Jahren des 5. Jh. Während es im Nordwesten des riesigen Alamannenreiches es immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen mit den Franken kommt, erblicken am anderen Ende des Reiches in Rhî-Ems fast zur gleichen Zeit zwei Buben das Licht der Welt: Lantfrit von der Sippe der Burkharde und Notker von der Sippe der Udelbaldinger.
Drei geheimnisvolle Frauen prophezeien den Menschen von Rhî-Ems umittelbar nach bei der Geburt, dass es Lantfrit schon als jungem Krieger vorherbestimmt sei, den Stamm in Rhî-Ems anzuführen und das Land zu befrieden. Und Notker würde Lantfrit stets treu ergeben sein und – wenn nötig – sein Leben für ihn geben.
Eine der Schicksalsfrauen sieht aber das große Potential von Notker als kommenden Krieger und beobachtet ihn, wie er heranwächst… zwar als Freund und doch als „ewiger Zweiter“ hinter Lantfrit. Sie findet in Notkers Bestimmung bald keinen rechten Sinn mehr. Für sie wäre an Lantfrits Stelle eher Notker die richtige Wahl – als künftiger Anführer einer großen Heerschar, der sein Volk vor dem endgültigen Untergang gegen die Franken bewahren könnte...
Anfang des 6. Jahrhunderts: Nachdem die Alamannen eine große Schlacht gegen die Franken bereits verloren haben und sich ihnen bereits einige der Stämme unterwerfen mussten, werden die letzten freien Stämme der Alamannen von den Franken in einer weiteren Schlacht fast vernichtend geschlagen. Damit drohen nun alle Alamannen-Stämme in die Abhängigkeit der Franken zu geraten. Auch der alte Anführer von Rhî-Ems (Lantfrits Vater) zog mit seinen Kriegern hoffnungsvoll in diese Schlacht, doch nur wenige von ihnen kehrten in ihre Heimat zurück…
Die Zeit von Lantfrit als Häuptling des Stammes wäre nun angebrochen, würde nicht die über Notker wachende Schicksalsfrau beginnen, die Schicksalsfäden der Menschen in Rhî-Ems neu zu spinnen…
Was folgt, ist der verzweifelte Versuch der Menschen – geprägt durch deren starken Glauben an die Götter und ihrem tiefen traditionellen Ehrbegriff – den richtigen Weg zwischen Sinn und Unsinn zu finden. Doch das ist angesichts des auf einer höheren Ebene schwelenden Konfliktes unter den drei Schicksalsfrauen ein recht hoffnungsloses Unterfangen.
Und es kommt unweigerlich so, wie es kommen muss…